18.10.2009 Konzert mit Raummusik zum 100. Geburtstag des futuristischen Manifest

Tuesday, 2. February 2010 - 2:31 am | No comments »

PD-Workshop-Orchestra: “Die Zukunft ist schon längst da – sie ist nur ungleich verteilt”

ca. 20 min.

Im Vorfeld zu dem Konzert fand ein Pure Data Workshop statt. Die Teilnehmer haben in diesem Workshop versucht, die „intona rumori“ der Futuristen mit digitalen Mitteln neu zu erfinden. Das Ergebnis ist heute zu hören.

Frank Barknecht:Carsis“

ca. 10 min, live

Unter den von den Futuristen verehrten Maschinen spielt das Automobil eine besondere Rolle. Kaum eine Maschine hat die Landschaft der vergangenen 100 Jahre so sehr verändert wie das Auto. 100 Jahre nach dem Futuristischen Manifest steckt es aber auch in seiner größten Krise. Ob es in 100 Jahren noch Autos geben wird, ist heute mehr als fraglich. “Carsis” stammt aus dieser Zukunft, in der Autos nur noch als mediale Aufzeichnungen existieren, mit denen sich die Klangethnologen der Zukunft ebenso befassen wie die Musikethnologen von heute mit der Musik der Aka-Pygmäen.

Martin Rumori: “Intonamotori”

Performance, ca. 12-15 min

In einer konzertierten akustischen Sektion wird der offensichtliche und versteckte klangliche Kosmos eines vollausgestatteten BMW-Reisemotorrads freigelegt und als mehrkanalige Klangkomposition projiziert.

Martin Rumori, *1976 in Berlin.  Studium der Musikwissenschaft und Informatik. Künstlerisch-wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Kunsthochschule für Medien Köln. Promotionsstudium am Institut für elektronische Musik und Akustik in Graz.

Robert Vater:666“

ca 20 min, live

Les clairs: “LOLO ROSSO”
max 15min, min 5min

Improvisation im Elektronenland.

Les clairs: Freya Hattenberger, Peter Simon

Matthias Neuenhofer: „Oman Track“

ca. 22 min, live

Eine Reise durch den Oman, 22 Tage, 4638 km. Die mit GPS Aufgezeichnete Spur liegt diesem Stück zugrunde.

Volker Hennes / Tobias Grewenig: „Sellerie-Attraktor“

ca. 12 – 15 min, live

Ein System nähert sich immer stärker einem bestimmten Endzustand an. Kommt die Dynamik zum Erliegen, entsteht ein statisches System. Wichtiges Merkmal ist das chaotische Verhalten, d. h. jede noch so geringe Änderung des Anfangszustands führt im weiteren Verlauf zu signifikanten Zustandsänderungen. Kleine Ursachen große Wirkung.

Sellerie sind ein- oder zweijährige, krautige Pflanzen. Die Sprossachse ist kahl, aufrecht, gezahnt und gerillt.

Peter Behrendsen: (not) making decisions”

ca. 15 min

Diese Reihe von Stücken befaßt sich nicht so sehr mit Musik oder mit musikalischer Komposition, d.h. mit einem auf ein finales musikalisches Resultat gerichteten, erwünschten Objekt, das einer geplanten Makro-Struktur folgen würde. Unter Verwendung beliebigenr elektronischer Musikgeräte, in diesem Fall der “G2” von NordModular plus diverser Peripherie wird vielmehr ein prozeßhaftes Vorgehen als Methode angestrebt. Die dabei verwendeten Patches wurden so komplex konzipiert, daß die Modul-Konfiguration sich in einem instabilen, chaotischen Zustand befindet, der nur zum Teil kontrollierbar und berechenbar ist.

Eine (Musik-) Maschine ist hier weniger Willensvollstrecker im Sinne von Ausdruck oder kompositorischer Idee sondern sie bzw. ihr Verhalten wird wie eine Art Naturphänomen gesehen, das sein eigenes Leben führt, ohne sich mechanisch (wie eine Maschine) zu verhalten. Der Performer ist der erste Zuhörer, er nimmt zu seinen Instrumenten eine distanzierte, betrachtende Haltung ein, läßt sie zum Teil autonom arbeiten und greift nur zum Teil ein, wobei es keine erwünschten oder unerwünschten Klänge gibt, Überraschungen sind willkommen. Zuhören und Geschehenlassen sind Teil des Prozesses, ebenso Mißlingen. Übrigens, Chaos ist nicht imer laut. Gleichwohl müssen Entscheidungen natürlich getroffen werden. Das Dilemma für den Performer besteht darin, aus diesem chaotischen Zustand, einem “Nichts” ein für den Konzertbesucher interessantes “Etwas” (ein Objekt) zu schaffen. Peter Behrendsen, August 2009.

Peter Behrendsen, geb. 1943, Hörfunkregisseur und –autor, lebt in Köln.

Studium der Theaterwissenschaft, Germanistik und Soziologie an der Uni Köln; autodidaktisches Studium der elektronischen Musik; in den 70er und 80er Jahren Mitglied des Ensembles von Josef Anton Riedl; langjähriger Mitarbeiter von Klaus Schöning beim WDR-3 Hörspielstudio/Studio Akustische Kunst. Seit 1987 Organisation und Realisation vieler audio-visueller Projekte (u.a. 1995 bis 2004 „BrückenMusik“ im Hohlkasten der Deutzer Brücke in Köln).

Performer alter und neuer Kompositionen der experimentellen Live-Elektronik; Performer / Komponist von eigenen live-elektronischen, elektro-akustischen sowie Text-Sound-Stücken. Betrachtet als seine wichtigsten “Lehrer” John Cage, Alvin Lucier, Jackson Mac Low und David Tudor, mit denen er mehrfach zusammengearbeitet hat.

Arte-e-Parte: “Declamazione < > Applauso”

performance, video(kamera)projektion, stimm(en)verstärkung, ca. 7 min (max)

Therapeutische Hörgruppe Köln: „Futur 2“

” Es wird gekurbelt worden sein.”

Therapeutische Hörgruppe Köln: Tobias Beck / Volker Hennes / Svann E. Langguth / Dirk Specht

Bernd Härpfer / Siegfried Koepf: Simultanaufführung „Birdsong II / Creating Reality“

ca.52 min, (2005 / 2003)

Bernd Härpfer: Birdsong II (2005)

Das Ausgangsmaterial besteht aus Aufnahmen verschiedener Vogelgesänge. Zunächst werden die Vogelstimmen aus ihrem natürlichen Kontext gelöst und einer akustischen und musikalischen Analyse unterzogen mit deren Hilfe sie dann nach komplexen musikalischen Kriterien transformiert und wieder zusammengesetzt werden. Zusätzlich wird die Mikrostruktur der Klänge teilweise verändert. Die Tonhöhenstruktur des Vogelgesangs wird analysiert und behutsam alteriert.

Hintergrund dieser Version war die Idee einer Simultanaufführung mit der Komposition Creating Reality (2003) von Siegfried Koepf, der ein symmetrisches Tonsystem zugrunde liegt. Die Melodien der Vogelrufe werden periodischen Veränderungen unterworfen, während derer sie diesem Tonsystem entsprechen. Auch sind die Gesamtdauer, sowie die Dauer einzelner Episoden mit Creating Reality synchronisiert.

Siegfried Koepf: Creating Reality (2003)

Creating Reality ist der Gesang von 32 Vögeln, aufgenommen in deren natürlichen Lebensräumen, gefiltert und verstärkt mittels 36 parallel arbeitender Bandpassfilter. Die Frequenzen der digitalen Filter bilden ein nichttemperiertes 36-stufiges symmetrisches Tonsystem über fünf Oktaven.

Creating Reality entstand ursprünglich als Teil der gleichnamigen gemeinsamen Audio-Video-Installation mit Jungwha Jung, im Auftrag des Marronnier Art Center Seoul, wo es im August 2003 in einer vierwöchigen Installation uraufgeführt wurde.

In Kooperation mit / im Rahmen der Kunst- und Kulturveranstaltungsreihe VIVA IL FUTURISMO!

Siehe: www.futurismus.kulturserver.de

Futurismus und so Pure Data Workshop Mi. 14.10.09, Fr. 16.10.09, Sa. 17.10.09

Monday, 1. February 2010 - 5:50 pm | No comments »

Tobias Grewenig und Yunchul Kim führen in das Open-Source-Programm „Pure Data“ ein. Wir bauen unsere eigenen Software-Instrumente, steuern sie mit
Gamepads an und verbinden sie mit Gitarrenverstärkern, um so die Klangerzeuger und „Krachmacher“ der Futuristen neu zu erfinden. Der Workshop richtet
sich gleichermaßen an Schüler und Studenten.